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Hier einige Auszüge:
Der Entertainer im historischen Gewand
Dr. Benno Bulitta singt als mittelalterlicher Barde Hatz von Hatzenstein seine “Rabenlieder”
von Matthias Popp
Marktbreit: Die Mixtur ist einzigartig: Physikbücher stehen neben dem milletalterlichen Taschenlexikon. Auf den Hirschgeweih hängt ein vietnamesischer Strohut. Notenblätter übersäen die Kommode daneben liegt ein ec-cash-Gerät. In seinem Arbeitszimmer spürt man förmlich die Kreativität.
Dr. Benno Bulitta sitzt im Sessel, die Laute im Anschlag. Er trällert vor sich hin, übt für seinen nächsten Auftritt. Als Hatz von Hatzenstein ist der promivierte Volkswirt auch bekannt. Seit 1998 frönt er seinem Hobby als mittelalterlicher Barde und Entertainer beim Ritteressen... Als Hatz von Hatzenstein taucht er in die Zeiten der Ritter, Burgfräuleins und Minnesänger ein - ein Zeitsprung von rund 1000 Jahren.
Die Idee zur Verwandlung kam nicht von selbst. Vor neun Jahren ist der Wirt des Gasthauses “Grüner Baum” in Uffenheim, Helmut Geupel, an ihn herangetreten. Für mittelalterliche Ritteressen suchte der Gastwirt noch einen Barden. Bulitta überlegte nicht lange, Musik und Spaß vereinigen - das war und ist seine Passion.
Ich bin schon als Fünf-Jähriger solo auf der Bühne gestanden, erzählt er. Mit neun Jahren hat er seine erste Klavierstunde bekommen und dabei sein Talent für Musik entdeckt. Schnell lernte er immer mehr Instrumente zu spielen. Orgel, Flöte, Gitarre, Cello, Trompete oder Akkordeon waren nur der Anfang. Mittlerweile spielt der 54-jährige über 20 Instrumente, darunter auch so ausgefallene wie Dudelsack, Laute oder Portativ.
Sein Studium der Volkswirtschaft, Politologie und Soziologie an der Uni Würzburg hat er mit Auftritten als Alleinunterhalter finanziert. Zwei Semester hat er übrigens auch Musik studiert und dabei sein musikalischer Gehör entdeckt. Die vorgespielten Töne konnte er sofort in Noten fassen. Eine Begabung, die ihm bei seiner Passion zur Hilfe kam.
Für seine Auftritte als Hatz von Hatzenstein hat er seine eigenen Lieder zusammengestellt. Tatsächliche und vermeintliche mittelalterliche Liedtexte hat er mit Melodien versehen und zu einem Liederbuch zusammengetragen. “Rabenlieder” heißt das über 100 Seiten starke Buch, in dem Volkslieder für Taverne, Schenke, Markt, Badehaus und Lagerfeuer enthalten sind... “Für ein Ritteressen, um Spaß zu haben, sind die Lieder aber genau richtig”, sagt Benno Bulitta. Außerdem wäre es schade, wenn die Lieder in Vergessenheit gerieten. Deshalb hat Benno Bulitta auch schon zwei CDs mit seinen Liedern aufgenommen. 114 Auftritte hat er letztes Jahr als mittelalterlicher Alleinunterhalter absolviert.
Das ist aber Stress im positiven Sinn. “Mir macht das tierischen Spaß. Wenn ich die Menschen zum Lachen bringe, dann habe ich mein Ziel erreicht”, säuselt er. Dr. Benno Bulitta ist ein Schalk. Seinen Namen Hatz von Hatzenstein hat er aus dem Gedicht des Bayerischen Barden Fredl Fesl entliehen. Fesl hat ihn fasziniert, weil er seine Songs witzig mit Monologen verbindet. Ein Vorbild für Benno Bulitta.
Wie Fesl hat er mehrere Programme für seine Gäste parat: “Minne, Wein und Weltenschmerz”, heißt ein abendfüllender Auftritt. Einen Volksliederabend, bei dem sein Publikum kräftig mitsingen muss, bietet er an. Daneben hat er schon Kabarett gespielt oder Zaubervorstellungen gegeben. “Ein bisschen Geschicklichkeit, ein bisschen Ablenkung, ein Märchen aus 1001 Nacht und schwups ist der Ball verschwunden”, sagt er und zaubert doch tatsächlich einen Ballaus aus seinem Zauberkasten.

Jetzt läuft Benno Bulitta zur Hochform auf. Er schnappt sich wieder seine Laute, zupft an den Saiten und singt sein neuestes Lied. “Ich muss noch ein bisschen üben, der Text sitzt noch nicht perfekt”, entschuldigt er sich und springt zu seiner Orgel, um weitere Kostproben seines Könnens zu geben. Die Orgel und der Schreibtisch sind voller beschriebener Notenblätter. Benno Bulitta arbeitet an seiner neuen CD. “Lieder und Liderliches” soll das neue Werk heißen. Zeit dafür hat er eigentlich nicht. Neben seinem Beruf und seiner Passion ist Bulitta auch noch vielseitig engagiert. Er war Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister in seiner Heimatstadt Scheinfeld. Er war im Kreistag vertreten und sozial engagiert. Unter anderem hat der das “Haus für Mutter und Kind” in Scheinfeld gebaut und ist seit vielen Jahren in der Jugendarbeit aktiv. Außerdem ist er Vorsitzender des Scheinfelder Schwimmvereins. “Wenn man keine Zeit hat, muss man Prioritäten setzen”, sagt er. Das tut er im Moment hinter seiner Orgel beim Proben, Komponieren und Spaß haben....
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